JOSEPH-KÖNIG-GYMNASIUM
EUROPASCHULE MIT ENGLISCH-BILINGUALEM ZWEIG


Startseite


Schule


Schülerinnen und Schüler


Unterricht


Kollegium


Schulleben


Internationales
Europa
CertiLingua
Auslandspraktikum

Unser Mann in Afrika
Partner Indiens
Durag (PL)
Ermelo (NL)
Jurbarkas (LT)
La Porte (USA)
Llinars (ES)


Förderverein


Dokumente


Mensa


Impressum


 

Das Projekt der Aktionsgemeinschaft Partner Indiens

Die Bhil Academy in Jhabua

Die Bhil Academy befindet sich mitten in Zentralindien. In Jhabua, der Distrikthauptstadt mit ca. 200 000 Einwohnern, lernen dort zurzeit 223 Schüler vom Kindergarten bis zur siebten Klasse Englisch, Mathematik, Hindi, sowie die Fächer Wissenschaften, Umwelt und Sanskrit.

Der Distrikt Jhabua im Bundesstaat Madhya Pradesh ist bekannt für den großen Anteil von Ureinwohnern. 85% der Menschen gehören dem Stamm der Bhil an. Sie leben als Kleinbauern von dem Essen welches sie auf ihren Feldern anbauen. Da die Bhils in vielerlei Weise benachteiligt sind, hat es sich die Aktionsgemein-schaft Partner Indiens zur Aufgabe gemacht m Distrikt Jhabua Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Gemeinsam mit den indischen Mitarbeitern der Bhil Society unterhält API die Bhil Academy, in der Kindern aus den umliegenden Dörfern die Möglichkeit gegeben wird, einen Schulab-schluss zu erlangen, mit dem sie später einen Beruf ihrer Wahl ergreifen können und so sich und anderen helfen können.

Die Schule befindet sich in einem Gebäude, welches vom Maharaja von Jhabua gemietet wurde. Hier arbeiten 35 Angestellte sowie zeitweise deutsche Volontäre, die sich um das Wohl der Kinder kümmern. Zur Zeit besuchen 81 Mädchen und 142 Jungen die Schule, in der vom Kindergarten bis zur siebten Klasse unterrichtet wird. Die vier bis 12 Jahre alten Schüler werden in Klassen von ungefähr 25 Schülern von insgesamt 11 Lehrern unterrichtet.

Um den Kindern die Möglichkeit zu geben, auch nach der Schule noch Zeit fürs Lernen zu finden, wohnen sie im an die Schule angeschlossenen Internat, Jungen und Mädchen getrennt. Dort werden sie rund um die Uhr betreut, haben Zeit zum Lernen und Spielen. Um das Essen kümmert sich ein Team aus fünf Köchen, sie bereiten Frühstück, Mittagessen und Abendbrot.
Seit die Schule vor 7 Jahren mit nur einer Klasse gegründet wurde, ist sie stetig gewachsen. Daher reicht das Gebäude in dem sie sich im Moment befindet bald nicht mehr aus, um all die jungen Bhils zu beherbergen. Aus diesem Grund wird seit knapp einem dreiviertel Jahr an einem neuen Gebäude gebaut – nur für die Schüler der Bhil Academy. Im Dorf Bilidodsch, welches außerhalb des hektischen Stadtlebens Jhabuas liegt, wurde im Oktober des letzten Jahres von Hans-Juergen Toegel, dem Vorsitzenden der API, und Patrick Bhuriya, dem Präsidenten der Bhil Society, der Grundstein gelegt.

In Sommer 2009 wird es dann endlich so weit sein, dann werden alle Schüler mit den 35 Angestellten der Schule gemeinsam umziehen. In der neuen Bhil Academy wird nicht nur Platz für 500 Schüler sein, sondern auch eine geräumige Solarküche, ein großer Schulhof mit 285 neu gepflanzten Bäumen, sowie eine Krankenstation. Das Team aus 8 ausgebil-deten Krankenpflegern und Krankenschwestern bewohnt zurzeit ein Gebäude außerhalb des Campus, von wo aus es die Menschen in den umliegenden 20 Doerfern medizinisch versorgt und über Krankheiten informiert. Zweimal am Tag kommen die Health Workers in die Bhil Academy, um kleine Wunden zu verbinden und die Kinder zu behandeln wenn sie krank sind.

In drei Jahren wird die Schule dann ihre vorgesehene Größe erreicht haben. Dann werden die Schüler bis zur zehnten Klasse unterrichtet. Danach können sie auf weiterführende Schulen gehen und vielleicht sogar später auf eine Universität. Für viele Dorfbewohner im Moment noch unvorstellbare Perspektiven, die sich ihren Kindern eröffnen. Sie kennen nur das Leben auf dem Dorf, wünschen sich aber, dass ihre Nachkommen einmal die Chancen bekommen, die sie selber nicht hatten.

Neben dem Bau des neuen Schulgebäudes hat sich aber auch vieles anderes in der Schule ereignet. So gibt es jetzt eine kleine Bibliothek, die mit Hilfe eines der in der Schule arbeitenden Zivis aus Deutschland aufgebaut wurde. Nach den Prüfungen des letzten Jahres fuhren die Schüler gemeinsam mit Lehrern und den deutschen Zivis auf einen Ausflug zu den Ruinen von Mandu, einer Stadt, die sich unweit der Schule mitten im Dschungel befindet. Schüler, die die Schule bereits verlassen haben, werden weiterhin unterstützt. So bestehen bereits konkrete Pläne bezüglich des Aufbaus eines Ausbil-dungsbetriebs für Jugendliche, die die Schule abbrechen. In Kooperation mit einer anderen Nichtregierungsorganisation plant API ihnen in einem mehrmonatigen Trainings-programm grundlegende handwerkliche Fertigkeiten zu lehren, mit denen sie ihre Chance auf einen Arbeitsplatz wesentlich verbessern können. Dabei soll besonderer Wert auf die Ausbildung von jungen Frauen gelegt werden, die aus der Schule ausgeschieden sind.

Aktuelles zum Schulbau

In wenigen Monaten ist es soweit, dann werden die Kinder der Bhil Academy aus der Stadt Jhabua umziehen nach Bilidodsch, ein Dorf nur wenige Kilometer entfernt. Hier vorab schon einige Eindrücke des Fortschritts der Bauarbeiten.

Im idyllischen Bilidodsch entsteht die neue Bhil Academy. Das Hauptgebäude wird später 14 Klassenräume beherbergen und Platz für 250 Jungen bieten, die in dem Internat im ersten Stock wohnen werden. Bereits jetzt steht das Erdgeschoss des Gebäudes. Die Bauarbeiten schreiten zügig voran. Kräne und Betonmischer stehen im ländlichen Indien nur begrenzt zur Verfügung. Da ist viel Handarbeit angesagt. Die Bauarbeiten werden von den Mitarbeitern der Bhil Society und API betreut.

Die 14 Klassenräume werden jeweils 50 Quadratmeter groß und knapp 3,5 Meter hoch. Sie sollen mit mehreren Lampen sowie zwei Ventilatoren ausgestattet werden, damit die Kinder auch nachts und bei hohen Temperaturen gut lernen können. Wegen der unzureichenden Stromversorgung in den ländlichen Regionen Zentralindiens sollen Batterien gekauft werden, mit denen auch nach Einbruch der Dunkelheit noch Licht zur verfügung steht.

Es soll eine Küche entstehen, in der mit Hilfe von acht Parabolspiegeln Sonnen-licht gebündelt wird, so dass man die am Fokus entstehende Hitze zum Kochen von Reis und Gemüse für die Kinder benutzen kann. Das Gebäude der Solarküche wird mit den Mitteln des Spendenlaufes des Joseph-König-Gymnasiums finanziert. Von den 10.208,87 € werden knapp 9000 Euro für dieses Projekt verwandt. Das gesamte Gebäude mit den großen Spiegeln soll bis Ende des Jahres fertig gebaut werden.

Besonders im Distrikt Jhabua, welcher einer der ärmsten Indiens ist, ist es nicht verantwortbar, noch mehr Bäume abzuholzen. Die ehemals gut bewaldete Gegend ist aufgrund vieler Wildrodungen fast wüstenähnlich geworden. Selbst die Regierung hat bereits Aufforstungsprogramme eingeleitet. Somit wollen wir ein Zeichen setzen, und das Essen der von uns unterstützten Kinder mit Hilfe von Sonnenenergie zubereiten. Desweiteren ist das Kochen mit Sonnenenergie günstig und umweltschonend. Das Prinzip der von einem deutschen Ingenieur entwickelten „Scheffler-Reflektoren“ hat sich bereits in vielen Ländern bewährt, besonders in der südlichen Hemisphäre. Auch hier in der Gegend gibt es einige Anlagen. Mit Hilfe einfacher Teile, die überall erhältlich sind, lassen sich die ca. 4 m hohen Reflektoren bauen, so dass die Konstruktion und Montage von Arbeitern vor Ort durchgeführt werden kann. So wird zudem noch die lokale Industrie unterstützt. Jeder Zentimeter zählt, denn nur wenn die Spiegel optimal auf den Verlauf der Sonne ausgerichtet sind, kann man die maximale Sonnenscheindauer ausnutzen.

Die weiteren Gebäude; Mädcheninternat und Krankenstation sollen bis Ende dieses Jahres beendet werden.

Die Kinder freuen sich schon sehr auf den Umzug in die Natur. Spätestens im Sommer 2009 soll es dann soweit sein.