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Das Projekt der Aktionsgemeinschaft Partner Indiens
Die Bhil Academy in Jhabua
Die Bhil Academy befindet sich mitten in Zentralindien. In Jhabua, der
Distrikthauptstadt mit ca. 200 000 Einwohnern, lernen dort zurzeit 223
Schüler vom Kindergarten bis zur siebten Klasse Englisch, Mathematik,
Hindi, sowie die Fächer Wissenschaften, Umwelt und Sanskrit.
Der Distrikt Jhabua im Bundesstaat Madhya Pradesh ist bekannt für den
großen Anteil von Ureinwohnern. 85% der Menschen gehören dem Stamm der
Bhil an. Sie leben als Kleinbauern von dem Essen welches sie auf ihren
Feldern anbauen. Da die Bhils in vielerlei Weise benachteiligt sind, hat
es sich die Aktionsgemein-schaft Partner Indiens zur Aufgabe gemacht m
Distrikt Jhabua Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Gemeinsam mit den
indischen Mitarbeitern der Bhil Society unterhält API die Bhil Academy,
in der Kindern aus den umliegenden Dörfern die Möglichkeit gegeben wird,
einen Schulab-schluss zu erlangen, mit dem sie später einen Beruf ihrer
Wahl ergreifen können und so sich und anderen helfen können.
Die Schule befindet sich in einem Gebäude, welches vom Maharaja von
Jhabua gemietet wurde. Hier arbeiten 35 Angestellte sowie zeitweise
deutsche Volontäre, die sich um das Wohl der Kinder kümmern. Zur Zeit
besuchen 81 Mädchen und 142 Jungen die Schule, in der vom Kindergarten
bis zur siebten Klasse unterrichtet wird. Die vier bis 12 Jahre alten
Schüler werden in Klassen von ungefähr 25 Schülern von insgesamt 11
Lehrern unterrichtet.
Um den Kindern die Möglichkeit zu geben, auch nach der Schule noch Zeit
fürs Lernen zu finden, wohnen sie im an die Schule angeschlossenen
Internat, Jungen und Mädchen getrennt. Dort werden sie rund um die Uhr
betreut, haben Zeit zum Lernen und Spielen. Um das Essen kümmert sich
ein Team aus fünf Köchen, sie bereiten Frühstück, Mittagessen und
Abendbrot.
Seit die Schule vor 7 Jahren mit nur einer Klasse gegründet wurde, ist
sie stetig gewachsen. Daher reicht das Gebäude in dem sie sich im Moment
befindet bald nicht mehr aus, um all die jungen Bhils zu beherbergen.
Aus diesem Grund wird seit knapp einem dreiviertel Jahr an einem neuen
Gebäude gebaut – nur für die Schüler der Bhil Academy. Im Dorf
Bilidodsch, welches außerhalb des hektischen Stadtlebens Jhabuas liegt,
wurde im Oktober des letzten Jahres von Hans-Juergen Toegel, dem
Vorsitzenden der API, und Patrick Bhuriya, dem Präsidenten der Bhil
Society, der Grundstein gelegt.
In Sommer 2009 wird es dann endlich so weit sein, dann werden alle
Schüler mit den 35 Angestellten der Schule gemeinsam umziehen. In der
neuen Bhil Academy wird nicht nur Platz für 500 Schüler sein, sondern
auch eine geräumige Solarküche, ein großer Schulhof mit 285 neu
gepflanzten Bäumen, sowie eine Krankenstation. Das Team aus 8
ausgebil-deten Krankenpflegern und Krankenschwestern bewohnt zurzeit ein
Gebäude außerhalb des Campus, von wo aus es die Menschen in den
umliegenden 20 Doerfern medizinisch versorgt und über Krankheiten
informiert. Zweimal am Tag kommen die Health Workers in die Bhil Academy,
um kleine Wunden zu verbinden und die Kinder zu behandeln wenn sie krank
sind.
In drei Jahren wird die Schule dann ihre vorgesehene Größe erreicht
haben. Dann werden die Schüler bis zur zehnten Klasse unterrichtet.
Danach können sie auf weiterführende Schulen gehen und vielleicht sogar
später auf eine Universität. Für viele Dorfbewohner im Moment noch
unvorstellbare Perspektiven, die sich ihren Kindern eröffnen. Sie kennen
nur das Leben auf dem Dorf, wünschen sich aber, dass ihre Nachkommen
einmal die Chancen bekommen, die sie selber nicht hatten.
Neben dem Bau des neuen Schulgebäudes hat sich aber auch vieles anderes
in der Schule ereignet. So gibt es jetzt eine kleine Bibliothek, die mit
Hilfe eines der in der Schule arbeitenden Zivis aus Deutschland
aufgebaut wurde. Nach den Prüfungen des letzten Jahres fuhren die
Schüler gemeinsam mit Lehrern und den deutschen Zivis auf einen Ausflug
zu den Ruinen von Mandu, einer Stadt, die sich unweit der Schule mitten
im Dschungel befindet. Schüler, die die Schule bereits verlassen haben,
werden weiterhin unterstützt. So bestehen bereits konkrete Pläne
bezüglich des Aufbaus eines Ausbil-dungsbetriebs für Jugendliche, die
die Schule abbrechen. In Kooperation mit einer anderen
Nichtregierungsorganisation plant API ihnen in einem mehrmonatigen
Trainings-programm grundlegende handwerkliche Fertigkeiten zu lehren,
mit denen sie ihre Chance auf einen Arbeitsplatz wesentlich verbessern
können. Dabei soll besonderer Wert auf die Ausbildung von jungen Frauen
gelegt werden, die aus der Schule ausgeschieden sind.
Aktuelles zum Schulbau
In wenigen Monaten ist es soweit, dann werden die Kinder der Bhil
Academy aus der Stadt Jhabua umziehen nach Bilidodsch, ein Dorf nur
wenige Kilometer entfernt. Hier vorab schon einige Eindrücke des
Fortschritts der Bauarbeiten.
Im idyllischen Bilidodsch entsteht die neue Bhil Academy. Das
Hauptgebäude wird später 14 Klassenräume beherbergen und Platz für 250
Jungen bieten, die in dem Internat im ersten Stock wohnen werden.
Bereits jetzt steht das Erdgeschoss des Gebäudes. Die Bauarbeiten
schreiten zügig voran. Kräne und Betonmischer stehen im ländlichen
Indien nur begrenzt zur Verfügung. Da ist viel Handarbeit angesagt. Die
Bauarbeiten werden von den Mitarbeitern der Bhil Society und API
betreut.
Die 14 Klassenräume werden jeweils 50 Quadratmeter groß und knapp 3,5
Meter hoch. Sie sollen mit mehreren Lampen sowie zwei Ventilatoren
ausgestattet werden, damit die Kinder auch nachts und bei hohen
Temperaturen gut lernen können. Wegen der unzureichenden Stromversorgung
in den ländlichen Regionen Zentralindiens sollen Batterien gekauft
werden, mit denen auch nach Einbruch der Dunkelheit noch Licht zur
verfügung steht.
Es soll eine Küche entstehen, in der mit Hilfe von acht Parabolspiegeln
Sonnen-licht gebündelt wird, so dass man die am Fokus entstehende Hitze
zum Kochen von Reis und Gemüse für die Kinder benutzen kann. Das Gebäude
der Solarküche wird mit den Mitteln des Spendenlaufes des
Joseph-König-Gymnasiums finanziert. Von den 10.208,87 € werden knapp
9000 Euro für dieses Projekt verwandt. Das gesamte Gebäude mit den
großen Spiegeln soll bis Ende des Jahres fertig gebaut werden.
Besonders im Distrikt Jhabua, welcher einer der ärmsten Indiens ist, ist
es nicht verantwortbar, noch mehr Bäume abzuholzen. Die ehemals gut
bewaldete Gegend ist aufgrund vieler Wildrodungen fast wüstenähnlich
geworden. Selbst die Regierung hat bereits Aufforstungsprogramme
eingeleitet. Somit wollen wir ein Zeichen setzen, und das Essen der von
uns unterstützten Kinder mit Hilfe von Sonnenenergie zubereiten.
Desweiteren ist das Kochen mit Sonnenenergie günstig und umweltschonend.
Das Prinzip der von einem deutschen Ingenieur entwickelten
„Scheffler-Reflektoren“ hat sich bereits in vielen Ländern bewährt,
besonders in der südlichen Hemisphäre. Auch hier in der Gegend gibt es
einige Anlagen. Mit Hilfe einfacher Teile, die überall erhältlich sind,
lassen sich die ca. 4 m hohen Reflektoren bauen, so dass die
Konstruktion und Montage von Arbeitern vor Ort durchgeführt werden kann.
So wird zudem noch die lokale Industrie unterstützt. Jeder Zentimeter
zählt, denn nur wenn die Spiegel optimal auf den Verlauf der Sonne
ausgerichtet sind, kann man die maximale Sonnenscheindauer ausnutzen.
Die weiteren Gebäude; Mädcheninternat und Krankenstation sollen bis Ende
dieses Jahres beendet werden.
Die Kinder freuen sich schon sehr auf den Umzug in die Natur. Spätestens
im Sommer 2009 soll es dann soweit sein.
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