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HALTERN Bunt, musikalisch, frech und
akrobatisch feierten die Schülerinnen und Schüler des
Joseph-König-Gymnasiums ihren Festakt anlässlich der Ernennung zur
Europa- und CertiLingua-Schule. Beide Zertifizierungen haben einen
ähnlichen Hintergrund.
Es geht um Mehrsprachigkeit, interkulturelles Lernen, Befreiung von
Sprachprüfungen für den internationalen Hochschulzugang sowie um das
Verständnis für die europäischen Nachbarn.
Mobilität und Flexibilität
Eine flammende Rede für Europa hielt Renate Sommer, Mitglied des
Europäischen Parlaments, die sich ebenfalls unter den geladenen Gästen
in der Aula befand. Von jetzigen Schülern werde mehr Mobilität und
Flexibilität verlangt als von ihren Eltern oder Großeltern. „Ohne
Fremdsprachen kommt man in Zukunft nicht mehr durch.“ Nur wenn man
bereit sei, sich gegenseitig kennen zu lernen, könne man Vorurteile
abbauen. „Europa ist nicht fertig – jeder muss mithelfen, auch ihr
Schüler.“
Jürgen Mathey von der Bezirksregierung Münster erinnerte sich an seine
erste Auslandsreise nach Italien mit 17 Jahren. An Passkontrollen, an
den Dreiklanggong italienischer Bahnhöfe, an die toskanische Landschaft.
„Seitdem sind gefühlt 100 Jahre vergangen. Europa ist erlebbar
zusammengerückt.“ Erwartet werde heute ein flexibler, sprachkundiger
Bürger, der dorthin geht, wo er gebraucht wird. Eine Sprache zu lernen
bedeute aber viel mehr: „In die Seele einer ganzen Kultur blicken zu
können.“
Schüler zeigten, was sie drauf haben
Dass aus dem Festakt keine steife Veranstaltung wurde, dafür sorgten die
Schüler, die mit Fahnen aller EU-Staaten auf die Bühne kamen und sich in
den jeweiligen Landessprachen begrüßten. Oder auf Einrädern Kunststücke
zeigten. Oder in musikalischen Beiträgen nicht nur Querflöten, sondern
auch E-Gitarren erklingen ließen. Oder frech Vorurteile über europäische
Nachbarn auf’s Korn nahmen: Geklaute Autos in Polen ebenso wie
Schwedinnen mit ungarischem Vorbau – Stichwort: Schönheitsoperationen.
Dafür gab es viel Beifall: Zu recht. |
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