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BIOLOGIE
Februar 2010, von Anna Haverkamp
Auf den Spuren der Vergangenheit!
Bio Exkursion LK 12 Frau Lattekamp
Meine Vorfahren haben Afrika über die Halbinsel von Sinai verlassen.
Kathrins sind über das Horn von Afrika ausgewandert. Das ist das
Ergebnis eines langen aber spannenden Projekttages, den wir mit Frau
Lattekamp und unserem Bio LK in der Bochumer Uni verbracht haben.
Am Mittwoch, dem 3. Februar 2010 ging es früh morgens am Halterner
Bahnhof los und wir erreichten trotz Schneechaos und befürchtetem
Bahnstreik die Ruhr Universität. Begrüßt wurden wir von Christian
Eikmeier, der regelmäßig Versuchstage im Alfried Krupp-Schülerlabor
leitet. Als nächstes wurden wir mit Kitteln, Schutzbrillen und
Handschuhen ausgestattet und über die Sicherheitsvorkehrungen
informiert. Wir teilten uns in Zweiergruppen auf. Es folgte eine
Einweisung in den Gebrauch von besonders genauen Pipetten, mit denen man
sogar einzelne Mikroliter exakt abmessen kann. “So eine Pipette kostet
um die dreihundert Euro”, erklärte Eikmeier. Beeindruckend, besonders,
da an jedem unserer Arbeitsplätze im Labor bereits drei davon
bereitstanden. Alles war auffallend gut ausgestattet. Jetzt ging es auch
schon mit dem praktischen Arbeiten los. Wir testeten den Umgang mit den
Pipetten.
Thema des Tages war “Auf den Spuren der Vergangenheit!”. Anhand unserer
eigenen DNA wollten wir herausfinden, über welchen Weg unsere Vorfahren,
nach der Entstehung des Menschen in Afrika, den Kontinent verlassen
hatten. Die DNA wollten wir aus Mundschleimhautzellen isolieren und dann
analysieren. Der ganze Kurs stocherte also mit Wattestäbchen im Mund
herum, um einen Abstrich mit möglichst vielen Zellen zu erhalten. Diese
wurden dann in Wasser gelöst, mehrfach erhitzt und zentrifugiert, sodass
die Zellwand und schädliche DNAsen zerstört wurden. Die mitochondriale
DNA war nun frei geworden.
Da wir trotzdem nur sehr wenige Zellen hatten, folgte als nächstes die
Polymerasekettenreaktion, ein Verfahren, das eingesetzt wird, wenn die
Menge der vorliegenden Erbinformation zu klein für eine Analyse ist,
z.B. wenn an einem Tatort nur ein Haar des Täters gefunden wird. Für
dieses Verfahren kommen die Proben in ein spezielles Gerät, den
Termocycler, in dem sie etwa 90 min bleiben und vervielfältigt werden.
Da das Schülerlabor in Bochum mit einem neuen besonders schnellen Gerät
ausgestattet ist, blieb uns nun etwa eine Stunde für die Mittagspause,
auf die sich alle ganz besonders freuten.
Wir hatten gehört, dass die Mensa in Bochum ganz gut sein sollte, aber
die Erwartungen wurden noch übertroffen. Schon der Eingangsbereich
wirkte modern und ähnelte einer lichtdurchfluteten, großen Bar. Eine
Etage tiefer gab es dann verschiedene Theken mit einer riesigen Auswahl
an Gerichten, Soßen, Beilagen, Salaten, Getränken und Nachtisch. Auch an
der Kasse waren wir positiv überrascht, da die meisten für Hauptgang,
Salat und Getränk weniger als drei Euro bezahlten. Die Mensa war gut
besucht und wir trafen dort auch zufällig zwei ehemalige Schüler von
Frau Lattekamp.
Die Mittagspause ging sehr schnell um, und wir kehrten zurück ins Labor,
wo unsere DNA sich inzwischen vermehrt hatte. Jetzt gaben wir sogenannte
Restriktionsenzyme hinzu, welche die DNA-Stränge an Stellen mit einer
speziellen Basenfolge (z.B. AGTAG) abschneiden. Dazu wurden die Proben
eine Stunde lang erwärmt, während unser Kurs eine
Powerpoint-Präsentation hörte.
Nun konnten die Proben anhand eines Bandenmusters in einem besonderen
Gel ausgewertet werden. Dies dauerte wieder 40 min, sodass den Meisten
langsam vom vielen Stehen die Füße wehtaten. Jetzt wurde es aber schon
wieder spannend: Christian Eikmeier ließ unter UV-Licht unsere
persönlichen DNA Ergebnisse sichtbar werden und druckte jedem ein Foto
davon aus. Anhand der Bandenmuster darauf ließ sich erkennen, zu welcher
der von Afrika ausgewanderten Gruppen unsere mitochondriale DNA passte,
da sich diese auch über Jahrtausende kaum verändert. - Allerdings hatte
der Versuch nur bei Einigen funktioniert, da bereits ein einziger,
winziger Fehler in der achtstündigen Versuchszeit das Ergebnis völlig
zerstören konnte. Schließlich fanden wir aber heraus, dass der Großteil
der Kursteilnehmer Vorfahren hatte, die Afrika über die Sinaihalbinsel
verlassen hatten. Nur eine Schülerin gehörte zu der Gruppe, die über das
Horn von Afrika ausgewandert war.
Gut zu wissen - aber nicht wirklich wichtig. Das, was an diesem Tag
eigentlich zählte, war, das Arbeiten im Labor kennen zu lernen und die
Kenntnisse aus dem Unterricht auch einmal praktisch zu vertiefen.
Außerdem war es sehr interessant, mal einen Tag an der Uni zu verbringen
und einen kleinen Einblick in den Alltag dort zu erhalten.
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