Liebe Eltern,

wie Sie bereits der Presse entnommen haben und wie uns mittlerweile auch per Schulmail des Ministeriums mitgeteilt wurde, wird in den Jahrgangsstufen Q1 und Q2 ab Montag, 22.02., der Präsenzunterricht wieder aufgenommen.

In allen anderen Jahrgangsstufen bleibt es zunächst weiterhin beim Distanzunterricht.

Die Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2 erhalten Unterricht nach dem Stundenplan, der bereits seit dem 01.02. gilt. Sämtlicher Unterricht wird erteilt. Dies gilt auch für den Sportunterricht.

Wir beginnen in allen Wochen um 7.45 Uhr; es gibt somit (zunächst) keine Früh- und keine Spätwoche. Diesen Wechsel mit der Realschule werden wir wieder aufnehmen müssen, wenn weitere Jahrgänge an beiden Schulen in den Präsenzunterricht zurückkehren.

Größere Kurse der Q1 und Q2 werden wir auf zwei benachbarte Räume aufteilen, die dann parallel unterrichtet werden. Den Raumplan erhalten die Schülerinnen und Schüler der Q1 und Q2 in den nächsten Tagen. Zusätzlich werden wir die Schulhöfe aufteilen, so dass jede Jahrgangsstufe einen eigenen Bereich hat.

Die erforderlichen Klausuren in der Q1 und Q2 werden erst geschrieben, wenn die Schülerinnen und Schüler zumindest 2x im Präsenzunterricht im jeweiligen Fach gewesen sind, somit frühestens in der 1. Märzwoche, beginnend mit den LK-Klausuren. Darauf folgen dann die Grundkursklausuren.

Wie lange diese Regelungen Bestand haben werden, wissen wir nicht. Sobald weitere Jahrgangsstufen in den Präsenzunterricht zurückkehren, ist die oben beschriebene Regelung (Aufteilung auf zwei benachbarte Räume) aufgrund des dann zusätzlichen Raumbedarfs hinfällig. Sie gilt also vielleicht nur für zwei oder für drei Wochen. Die Schulministerin möchte – so war es als Absichtserklärung in der Presse zu lesen – weitere Jahrgangsstufen kommen lassen, sobald die Inzidenz unter 50 liegt.

Zu diesem Zeitpunkt werden wir uns dem Modell der Realschule anschließen, die in der Jahrgangsstufe 10 ab dem 22.02. das Wechselmodell (1 Woche Präsenzunterricht – 1 Woche Distanzunterricht mit jeweils der halben Klasse) fährt. Bei einem Parallelunterricht wie bei uns in Q1 und Q2 vorgesehen müsste an der Realschule eine 2. Lehrkraft eingesetzt werden, die dann nicht mehr für den eigenen Distanzunterricht zur Verfügung stünde. Oberstufenschüler unterliegen hingegen nicht der durchgehenden Beaufsichtigungspflicht. Zudem haben wir in der Oberstufe oft so kleine Kurse, dass diese nicht aufgeteilt werden müssen.

Ich schreibe dies so ausführlich, um jetzt schon darauf hinzuweisen, dass beispielsweise bei einer zusätzlichen Rückkehr der 5. und 6. Klasse alle in den Wechselunterricht werden gehen müssen.

Einige andere Punkte:

  • Schülerinnen und Schüler der 9 fragen nach dem Betriebspraktikum. Überall geht man derzeit davon aus, dass im Sommer die Pandemie noch nicht beendet sein wird. Wir möchten daher das Betriebspraktikum der jetzigen 9 auf die Zeit nach Ostern 2022 verlegen.

  • Das bereits verschobene Betriebspraktikum der EF, welches für die 2 Wochen nach den Osterferien vorgesehen war, kann aus Pandemiegründen ebenfalls nicht stattfinden. Wir werden über Alternativen nachdenken.

  • Die Schulaufsicht hat allen Schulen ein Schreiben zukommen lassen, in welchem es um strafrechtliches Verhalten im Videounterricht geht. Ich zitiere in Auszügen:

Sowohl bei der Bezirksregierung Münster als auch bei Polizeibehörden sind zuletzt Fälle bekannt geworden, bei denen Schülerinnen und Schüler im Rahmen des digitalen Distanzunterrichts Aufzeichnungen des Unterrichts angefertigt und diese anschließend – zum Teil bearbeitet – über Social-Media-Kanäle verbreitet haben.

Ein solches Verhalten beeinträchtigt nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, sondern auch den gesamten Schulfrieden. Zudem löst es ggf. ordnungs-, straf- und/oder zivilrechtliche Konsequenzen aus. ( …)

Neben pädagogischen Einflussmöglichkeiten können auch durch das Schulgesetz geregelte Maßnahmen (§ 53 SchulG NRW: Erzieherische Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen) ergriffen werden. Darüber hinaus können (…) Straftatbestände zum Tragen kommen. (…)

Die Polizeibehörden aus den Regionen weisen darauf hin, dass sie allen Hinweisen nachgehen und zwar unabhängig vom Alter der Schülerinnen und Schüler. Auch gegen Schülerinnen und Schüler, die das vierzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben und somit strafrechtlich als schuldunfähig gelten, könne ein Strafverfahren eingeleitet werden.

Ein weiterer, im Zusammenhang mit der Nutzung von Video- und Audiotools zu berücksichtigender Aspekt betrifft die Anwesenheit von Personen, die nicht zum eigentlichen Adressatenkreis des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags gehören. (….)  Erziehungsberechtigte sollten darauf hingewiesen werden, dass die Teilnahme an dem Video-/Audiokonferenzsystem ausschließlich den jeweiligen Schülerinnen und Schülern gestattet und die häusliche Lernumgebung entsprechend zu gestalten ist. Für den digitalen Distanzunterricht gilt nichts Anderes als für den Präsenzunterricht: Eltern dürfen nur nach vorheriger Absprache mit den Lehrerinnen und Lehrern an einzelnen Unterrichtsstunden ihrer Kinder teilnehmen.

Erfreulicherweise gab es bisher wenige Anlässe an unserer Schule, hier tätig zu werden. Ich bitte Sie dennoch, auf Ihre Kinder einzuwirken, sich z.B. auch in Klassenchats bei IServ respektvoll gegenüber allen Beteiligten zu verhalten und Beleidigungen und Bloßstellungen zu unterlassen sowie auf keinen Fall Fotos aufzunehmen. Zugleich weise ich darauf hin, dass private Chatgruppen (z.B. per WhatsApp) und nachmittägliches Chatten eher nicht dem Einfluss der Schule und somit der Sanktionsmöglichkeit durch die Schule unterliegen

  • Die Lernstanderhebungen in Klasse 8 werden landesweit in den September verlegt. Teilnehmen werden dann die Schülerinnen und Schüler der jetzigen 8. Klassen.

  • Die Klassenfahrten nach den Sommerferien in Klasse 6 und Klasse 8 möchten wir bereits jetzt absagen. Da bereits Verträge geschlossen wurden, möchten wir nicht in die Situation des letzten Jahres kommen, Stornogebühren zahlen zu müssen. Wir versuchen, diese Klassenfahrten zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Liebe Eltern,

manches wird Sie nicht froh stimmen. Seien Sie sich dessen gewiss, dass auch wir lieber wieder den normalen Schulalltag – nach Beendigung der Pandemie – hätten. Über manche Punkte kann man auch diskutieren – und das haben wir auch in der erweiterten Schulleitung gemacht. Wir haben aber versucht, unter den gegenwärtigen schwierigen Pandemiebedingungen Lösungen und gangbare Wege für unsere Schülerinnen und Schüler, für Sie als Eltern und für das Kollegium zu finden.

Wir bitten um Ihr Verständnis für die beschriebenen Maßnahmen.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Wessel

(Schulleiter)